Logo: Lyrikbibliothek und Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. (GZL)

Juli-Gedicht

Lutz Rathenow (*1952)

Dorotheenstädtischer Friedhof, Berlin,
der Dichter Hilbig wird beerdigt

1
Als ich den handtellervoll Erde in das Grab warf,
sah ich den Sarg nicht, nur Blumen Blumen Blumen,
frech farbig, kräftig funkelnd, als wollten sie
zu einer blühenden Sperre zusammenwachsen.
Vor dem Unten, das schrecklich schön immer
Aus seinen Zeilen leuchtete – vor der Dunkelheit,
die bald darauf sich auf Blumen und Holz legt.

2
Er hat keine Angst und muss sich nicht verstecken
In einem stählernen Sarg. Da liegt er nun, endlich
Zur Ruhe verführt. Der ewige Heizer in seinem Himmel
Aus Erde, ein Stück Kohle begleitet ihn auf dem Weg
Ins Unsichtbarsein.

(Aus: Poesiealbum neu »Die vier Elemente«, Heft 1/2008
Edition kunst & dichtung, Leipzig)

Veranstaltungen

Sinn und Unsinn von Lyrikanthologien und ihre
buchhändlerische Bedeutung

Poetisches Podium

Mittwoch, 22. September 2010, 17.00 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Gerichtsweg 28, Saal 2

Lesung und Gespräch mit den Lyrikern und Herausgebern Björn Kuhligk (Berlin), Anton G. Leitner (Weßling) und Prof. Alfred Schreiber (Dresden) zu ihren aktuellen und thematischen Gedichtsammlungen.
Moderation: Ralph Grüneberger

Veranstaltung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. mit Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Leipzig und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Eintritt frei.

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Buchpremiere der 10. Ausgabe des «Poesiealbum neu. Bild und Bildner. Gedichte, Notate«

Leipziger Literarischer Herbst 2010

Donnerstag, 14. Oktober 2010, 19.30 Uhr
Kunsthalle der Sparkasse Leipzig, Otto-Schill-Straße 4a

mit Ralph Grüneberger, Herausgeber der Lyrikreihe, und weiteren Autorinnen und Autoren der Beiträge.
Musikalische Begleitung: Wolfram Dix (Percussion)

Veranstalter: Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

Eintritt 7,-/5,- € (für Kunden der Sparkasse kostenlos bei Platzreservierung über Filiale)

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Wunder ganz in der Nähe

Samstag, 16. Oktober 2010, 19.00 Uhr
Leipzig, Galerie Koenitz, Dittrichring 16

Lesung und Gespräch zu dem gleichnamigen Hörbuch von und mit Ralph Grüneberger und Wolfgang Rischer.
Musikalische Zwischenspiele: Die Lyrischen Saiten.

Veranstalter: Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

Eintritt frei.

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In jeder Hand die Sehnsucht

Donnerstag, 25. November 2010, 19.30 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Leipzig, Gerichtsweg 28, Literaturcafé

Der Verleger und Übersetzer Rüdiger Fischer stellt zeitgenössische französische Lyrik vor.

Veranstalter: Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V.

Eintritt frei.

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Shakespeare Sonette

Poetisches Podium

Mittwoch, 1. Dezember 2010, 17.00 Uhr
Leipzig, Haus des Buches, Gerichtsweg 28, Saal 2

Die Nachdichter Christa Schuenke, Leander Sukov und Jan Weinert (alle aus Berlin) stellen ausgewählte Übertragungen ihrer Shakespeare-Sonette vor und diskutieren über die Modernität dieser Dichtung.

Moderation: Prof. Alfred Schreiber, der ebenfalls einzelne Shakespeare-Sonette übertragen hat

Veranstaltung der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. mit Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Leipzig und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Eintritt frei.

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Erfolgreiche Premiere der Tage der Poesie
in Sachsen: Leipzig 2010

Tage der Poesie in Sachsen

Die GZL kann auf drei ereignisreiche Tage mit Poesie und Positionen zurückblicken: 50 Lyrikerinnen und Lyriker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen am vorletzten Juniwochenende im Haus des Buches zusammen, um dem erstmals in Leipzig veranstalteten Poesiefestival den Startschuss zu geben.

Die GZL-Mitglieder erörterten auf einer Tagung die Frage »Was ist heute unter zeitgenössischer Lyrik zu verstehen?« und stellten mit musikalischer Untermalung einem literaturinteressierten Publikum im Rahmen von Lesungen ihre Texte vor.

Verlage und Literaturzeitschriften präsentierten sich und ihr Programm.

Von besonderer Bedeutung für die GZL war die Eröffnungsveranstaltung des Poesiefestivals, bei der die neue Ausgabe der Reihe Poesiealbum neu zum Thema Essen & Trinken zu Gerichten aus der sächsischen und schwäbischen Küche vorgestellt wurde.

Mehr Informationen über die Tage der Poesie in Sachsen


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Poesiealbum neu »Essen & Trinken«

Poesiealbum neu »Essen & Trinken«

Gedichte im Westentaschenformat wünschte sich Bertolt Brecht und meinte Publikationen wie diese. Doch auch Flachmänner passen in die Westentasche. Womit wir beim Thema wären, d.h. bei einem Teil von ihm. Der mittags übernächtigt die Welt durch ein Rotweinglas schauende Dichter ist ein allgemein bekanntes Klischee, das wie alle Klischees einen wahren Kern wie eine Schnapspraline hat. Nur bedichten Dichter und noch weniger Dichterinnen selten ihre Trink- oder Fresslust. Da fliegen einem als Herausgeber die Verse nicht zu wie im Märchen die gebratenen Tauben.

Grund genug für die edition kunst & dichtung eine delikate Gedichtauswahl von bekannten Autorinnen und Autoren wie Rolf Dieter Brinkmann, Charles Bukowski, Günter Grass, Georg Maurer, Joachim Ringelnatz oder Eva Strittmatter zusammenzustellen. Nachgeschlagen wurde auch bei jüngeren Wortgourmets wie Kerstin Preiwuß und Gundula Sell. Als Zwischengang wird ein Interview mit Ulla Hahn angeboten.

Das auf dem Titel abgebildete Gemälde stammt vom Leipziger Künstler Walter Bodenthal (1892–1988).

Mehr Informationen zum Poesiealbum

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